Informationen zum Coronavirus

Der Lahn-Dill-Kreis informiert:

Neuregelungen im Bereich Quarantäne und Kontaktpersonen

„Das ist die wohl wichtigste Neuerung für uns“, äußert sich Landrat Wolfgang Schuster am Montagnachmittag. Bürgerinnen und Bürger des Lahn-Dill-Kreises, die positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, bekommen keine Quarantäneverfügung mehr durch das Kreis-Gesundheitsgesundheitsamt. Sie haben sich selbstständig und unmittelbar in eine zweiwöchige Quarantäne zu begeben. „Wir begrüßen diese neue Regelung, denn sie wird unsere Kolleginnen und Kollegen des Gesundheitsamtes entlasten. Somit können diese sich noch fokussierter auf die wichtige Kontaktpersonennachverfolgung in den sensiblen Einrichtungen im Landkreis konzentrieren“, fährt Schuster fort. Eine weitere Neuregelung in diesem Bereich: Wer mit einer positiv getesteten Person in einem Hausstand lebt, muss sich ebenfalls unmittelbar in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Für unaufschiebbare Erledigungen, wie zum Beispiel den Einkauf von Lebensmitteln, gibt es Ausnahmen. 

Wie haben Menschen mit positivem Test vorzugehen?

Auf Covid-19 getestete Menschen im Lahn-Dill-Kreis, die durch ihren Hausarzt, eine Fieberambulanz oder ein Labor über ein positives Testergebnis informiert worden sind, sollen laut neuer Landesverordnung folgendermaßen verfahren:

 *             Eine 14-tägige Quarantäne ab dem Tag der Testung muss eingehalten werden

 *             Der Arbeitgeber ist über die Quarantäne zu informieren

 *             Das Gesundheitsamt wird Kontakt aufnehmen und die Betroffenen während ihrer Quarantänezeit telefonisch betreuen. Infizierte werden dringend gebeten, abzuwarten, bis sich das Gesundheitsamt meldet und nicht selbst in der Kontaktaufnahme aktiv werden. Wichtig ist, dass die Quarantäne eingehalten wird. Sollte sich eine Symptomatik entwickeln, sollen Betroffene immer ihren Hausarzt zur weiteren diagnostischen Abwicklung kontaktieren.

 

 „Wir alle müssen jetzt eine große Eigenverantwortung zeigen!“

Corona-Lage weiter sehr dynamisch / Landkreis appelliert an Bürgerinnen und Bürger / Priorisierung bei der Kontaktpersonennachverfolgung


Seit dem 1. September 2020 bis jetzt verzeichnet der Lahn-Dill-Kreis mehr als 622 Neuinfektionen mit dem Corona-Virus. Das ist ein Zeitraum von knapp zwei Monaten. Das Kreis-Gesundheitsamt wird durch diesen starken Anstieg der Infizierten sehr belastet. Zum Vergleich: In den ersten sechs Monaten der Pandemie von März bis Ende August gab es rund 400 Infektionen im Lahn-Dill-Kreis. Die zeitnahe Verfolgung der Kontaktpersonen ist aufgrund der derzeitigen Lage eine große Herausforderung.

Über den gesamten Landkreis verteilt sind mittlerweile auch viele Einrichtungen in sämtlichen Bereichen betroffen. Insofern ist nunmehr zwingend folgendes Vorgehen gefordert: „Besonders die Menschen, denen aufgrund ihres Alters oder einer Vorerkrankung bei einer Infektion mit dem Corona-Virus ein schwerer Krankheitsverlauf droht, müssen wir jetzt vorrangig schützen“, meldet sich Landrat Wolfgang Schuster am Mittwochnachmittag, 28. Oktober 2020, zu Wort.

             

Bundeswehr angefordert / Mithilfe durch die Bevölkerung unerlässlich

Aufgrund der hohen Anzahl an Neuinfektionen muss das Kreis-Gesundheitsamt fortan priorisieren. Der Fokus in der Kontaktpersonennachverfolgung wird auf den besonderen Schutz von vulnerablen Gruppen gelegt. „Altenheime, Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, Kliniken – das sind die Bereiche, die unser Gesundheitsamt mit höchster Priorität betreut“, unterstreicht der Landrat. Sei die Versorgung an dieser Stelle sichergestellt, werde sich der Kontaktpersonennachverfolgung außerhalb der sensiblen Bereiche angenommen. Das Amtshilfegesuch sei am Montag an die Bundeswehr gesendet worden. Unterstützung wurde zugesagt. Der Landkreis bereitet aktuell die Unterbringung der Soldatinnen und Soldaten vor. Geprüft werde unter anderem das kreiseigene Freizeitheim Heisterberger Weiher in Driedorf

Um eine Überlastung des Gesundheitssystem möglichst zu vermeiden, sei es jetzt sehr wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger des Lahn-Dill-Kreises umsichtig handeln, sich an die Schutzmaßnahmen halten und Kontakte auf ein absolutes Minimum reduzieren. „Es geht nicht darum, Hektik zu verbreiten. Zu unser aller Schutz ist in dieser besonderen Situation ein entschlossenes Handeln notwendig. Von allen“, betont Kreis-Gesundheitsdezernent Stephan Aurand. Dazu gehöre auch, dass jeder durch eine Infizierung oder den Verdacht betroffene Bürger seine Kontakte, mit denen er die letzten Tage mehr als 15 Minuten engen Kontakt hatte, notiert, dass das Gesundheitsamt ohne Zeitverlust einen telefonischen Kontakt aufnehmen kann.


Kreis appelliert erneut an Bürgerinnen und Bürger

 „Wir müssen jetzt alle eine große Eigenverantwortung zeigen – aus dem Reden und Fordern muss jetzt zwingend das Handeln werden“, appelliert Schuster deutlich. „Regelungen haben wir getroffen: jetzt gilt es diese verantwortlich zu leben!“ Um der Verbreitung des Corona-Virus entgegen zu wirken, empfiehlt der Lahn-Dill-Kreis aufgrund der dynamischen Lage deshalb dringend:

 *             AHAL-Regeln / Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Lüftung) beachten: Abstand zu anderen unbedingt einhalten (mind. 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (u.a. regelmäßiges Händewaschen bzw. desinfizieren, Husten und Niesen in die Armbeuge oder ein Taschentuch), Alltagsmasken tragen (besonders dort, wo mehrere Menschen zusammen kommen und ein Abstand nicht mehr verlässlich eingehalten werden kann), regelmäßiges Lüften von Räumen, in denen sich mehrere Personen aufhalten (ca. alle 20 Minuten Stoß- und Querlüften)

*             Soziale Kontakte sollten auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Das beinhaltet auch und insbesondere Treffen Zuhause. Mehr als 2 Haushalte sollten sich keinesfalls treffen.

*             Menschen aus Risikogruppen (u.a. Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen) sollten nach Möglichkeit unterstützt werden. Beispielsweise können Einkäufe oder der Gang zu Apotheke erledigt werden, damit diese Menschen sich nicht unnötigen Risiken aussetzen.

*             Menschen mit covidtypischer Symptomatik – insbesondere Fieber, trockener Husten, Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns – sollten sich zur diagnostischen Abklärung telefonisch an ihren Hausarzt wenden.

*             Menschen, die – beispielsweise durch einen nachweislich Infizierten – informiert worden sind, dass sie als Kontaktperson gelten könnten oder eine Kontaktperson sind, sollten sich vorsorglich, eigenständig bereits in eine Quarantäne begeben, unabhängig von der Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt. Entwickelt sich während dieser Zeit eine Symptomatik, sollten sich Betroffene zur diagnostischen Abklärung an ihren Hausarzt wenden.

*             Das vorsorgliche Führen eines Kontakttagebuchs wird allen Bürgerinnen und Bürgern empfohlen

 „Tendenziell wird die Zahl der Infizierten weiter steigen. Damit wird voraussichtlich auch die Zahl von Patienten zunehmen, bei denen die Krankheit schwer verlaufen könnte. Um zu verhindern, dass unsere Kliniken überbelastet werden, müssen wir alle daran arbeiten, dass die Gesamtzahl der Neuinfektionen weniger rasant steigt“, fügt Stephan Aurand an. „Die Zahl der Covid-19-Patienten in den Lahn-Dill-Kliniken steigt schnell. Gestern haben sich die Patienten innerhalb des Tages verdoppelt, von sechs auf zehn auf der Normalstation und von einem auf drei auf der Intensivstation in Wetzlar. Diese Dynamik ist besorgniserregend“, fasst Wolfgang Schuster zusammen.

Weitere Maßnahmen durch den Landkreis

Parallel baut der Lahn-Dill-Kreis in Kooperation mit niedergelassenen Praxen vorsorglich seine Infrastruktur um weitere, auch teilweise mobil tätige Abstrichstellen aus 

Das Kreis-Gesundheitsamt steht mit Alten- und Pflegeeinrichtungen in engem Kontakt. Hier können unter anderem zukünftig Testkonzepte gemeinsam entwickelt werden, um diese sensiblen Einrichtungen durch Testungen noch besser zu schützen.

Gegenüber des Staatlichen Schulamts hat das Gesundheitsamt des Kreises festgestellt, dass die infektiologische Lage und das Erreichen der höchsten Eskalationsstufe bedeute, dass die Schulverwaltung nun Unterrichtsformen umsetzen müsse, die auch an den Schulen die Kontakte massiv verringere. Die dritte und damit zweithöchste Planungsstufe des eigenen Konzeptes des Kultusministeriums sei umzusetzen und die letzte Stufe sei vorzubereiten.

Informationen zum Corona-Virus im Lahn-Dill-Kreis, die tagesaktuellen Fallzahlen sowie nützliche Tipps und Hinweise gibt es unter www.lahn-dill-kreis.de/corona 

Corona-Warn-App


Verordnungen, Rechtsvorschriften und Erlasse der Landesregierung

Aufgrund der rasanten Geschwindigkeit der Veränderungen der Rechtsvorschriften verweisen wir auf die Seiten der Hessischen Ministerien.

Nützliche Informationen finden Sie insbesondere hier:

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Hygienekonzept Corona für die Nutzung von Dorfgemeinschaftshäuser/Volkshalle durch zugelassene Nutzer


Corona... Schwierige Zeiten für Eltern. Haben Sie Redebedarf?


Versicherungsschutz für Helfende während der Corona-Situation

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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

neben den allgemeinen Hinweisen möchten wir Ihnen noch ein paar weitere hilfreiche Informationsquellen und Anlaufstellen mitteilen.

·         Hessenweite Hotline des Sozialministeriums: 0800 555 4666

·         Hotline Gesundheitsamt des Lahn-Dill-Kreises täglich von 10-15 Uhr: 06441 407 1699

·         Bürgertelefon der Gemeinde Ehringshausen während der Dienststunden: 06443 609 911

·         Telefon der Seniorenhilfe dienstags von 10-12 Uhr: 06443 8190360

·         Telefon Akutsprechstunde der Praxis Dilltal während der Öffnungszeiten: 06443 818 5010

·         Ärztlicher Notdienst außerhalb der Hausarztsprechzeiten: 116 117

·         Diakoniestation während der Dienststunden (für ambulante Pflege): 06443 810973

www.infektionsschutz.de (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

www.rki.de                          (Robert-Koch-Institut)

www.bundesgesundheitsministerium.de

www.lahn-dill-kreis.de/corona

sowie die Internetseiten ihrer Krankenkassen.

Wir bitten um Verständnis, dass wir Sie bis zum Ende der Ansteckungsgefahr nicht mit Handschlag im Rathaus begrüßen. Sie sind trotzdem herzlich willkommen. Sollten weitere Maßnahmen erforderlich werden, informieren wir zeitnah über die einschlägigen Medien. Brauchen Sie Hilfe, weil Sie in häuslicher Quarantäne stehen und Unterstützung z.B. zur Lebensmittelversorgung benötigen, wenden Sie sich bitte an das Bürgertelefon der Gemeinde.

Vielen Dank für Ihr Verständnis und bleiben Sie gesund,

Ihr

Jürgen Mock

Bürgermeister


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